Der Verein “ Heimatkreis Crossen/Oder ” hat sich zum 31.03.2026 aufgelöst!
Karte des ehemaligen Kreises Crossen
Veranstaltungen im Jahr 2026
♦ das nächste Treffen der Braschener ist für den
Sa. 13. Juni 2026
ab 10:30 Uhr am "Braschener Gedenkstein" in Jamlitz geplant - nachfolgend geht es zur Liebitzer Scheune.
♦ das nächste Treffen der Brankower ist für den
Sa. 20. Juni 2026
ab 10:00 Uhr im "am Sandsee" in Brankow geplant.
Familienangehörige und Freunde sind herzlich willkommen!
Aus organisatorischen Gründen ist die Teilnahme anzumelden unter
Tel: 030.4115316 Hdy:0162.623 5909 oder Mail: ReginaDrendel@web.de
♦ das nächste Heimattreffen des Kreises Sorau ist für den
Sa. 12. September 2026
ab 10:00 Uhr statt.
Anschrift: Forster Straße 75 in 03149 Forst(Lausitz), Stadteil Sacro Tel.: 03562-7682
Unsere Heimatzeitung
Die
C r o s s e n e r / S o r a u e r H e i m a t z e i t u n g
erscheint das letzte Mal im März 2026.
Unsere Busfahrt am 24. September 2025 nach Sorau
– Ein Bericht von Steffi Noack –
Liebe Heimatfreunde, am 24. September 2025 war es wieder soweit. Wir Crossener Heimatfreunde wollten diesmal unseren
Nachbarkreis Sorau ein wenig kennenlernen.
Der Bus war wieder ausgebucht, was erneut das große Interesse an der Veranstaltung bewies.
In unseren Zustiegs-Orten Herzberg, Bornow, Lübben, Straupitz, Lamsfeld, Lieberose, Blasdorf, Pinnow und zuletzt Guben füllte
sich der Bus und alle begrüßten sich mit fröhlichem Hallo.
In Guben/Schlagsdorf überquerten wir die Neiße. Der Bus fuhr dann in südliche Richtung, wo wir nach wenigen Kilometern den Kreis Sorau erreichten.
Auf dem Weg dorthin fungierte unser Vorsitzender als Reiseleiter und gab zu jedem Dorf kurze Erläuterungen. So fuhren wir
über Tzschernowitz nach Stargard, auf deren Kirchturm ein Bierfass ist, vorbei an Amtitz mit seinem Schloss, Grötzsch sowie
Beitzsch mit einer deutschlandweit bekannten Kirche, auch kleine Frauenkirche genannt,
weiter in Richtung Sommerfeld. Die Kirche wurde vom sächsischen Baumeisters George Bähr, der später die Frauenkirche in Dresden
erbaute, hier in Beitzsch geschaffen.
In
Kulm, an der Hauptstraße,
steht noch ein restauriertes Kriegerdenkmal
mit Namen der im Ersten Weltkrieg Gefallenen.
Es ist erst vor einigen Jahren restauriert worden.
Leckerer Kuchen
Wir passierten danach Sommerfeld, eine Stadt, die für seine Tuchindustrie bekannt war. Leider sind heute nur noch verfallene
Produktionsgebäude übrig. Der nächste Ort war Baudach, der eine wechselvolle Geschichte hatte, mal gehörte er zum Kreis Guben,
dann zu Sorau und eine Zeit auch zu Sachsen. Über Gassen, Zwippendorf und Dreskau erreichten wir schließlich Sorau heute Zary.
Meridian 15 Grad o.Länge
Zwischen Sommerfeld und Baudach, das sei hier noch erwähnenswert, verläuft der
15. Längengrad
östlicher Länge, der unsere mitteleuropäische Zeit bestimmt. Im Kreis Crossen verläuft dieser fast genau westlich von Braschen,
bzw. sieben Kilometer östlich der Kreisstadt Crossen
Es folgte ein reichhaltiges Mittagessen in der Sorauer Gaststätte »Anatol«. Zum Dessert servierte uns unser Vorsitzender
wunderbaren Kuchen, den seine Frau Katarina extra für uns gebacken hatte.
Die Stadtführung beginnt
Anschließend folgten die meisten Gäste unserem
Dolmetscher Herrn Edward Zys zu einer Stadtführung.
Heimatfreunde, die weniger gut zu Fuß waren, fuhren mit dem Bus zum örtlichen Museum, welches unser eigentliches Besuchsziel war, vor.
das Winzerhäuschen
Dr. Szymczak und Koruhn im Winzerhäuschen
Wenige Meter von der Gaststätte entfernt liegt der Sorauer Stadtpark mit einem Hügel,
dem damals genannten Galgenberg.
Schon zu deutscher Zeit stand hier ein Winzerhäuschen, welches erst vor wenigen Jahren von der Stadt Zary renoviert wurde.
Hier finden kleinere Ausstellungen statt, so erläuterte es uns Museumsdirektor Dr. Rafal Szymczak.
Anschließend erreichten wir nach wenigen hundert Metern die Stadtmauer
und die beiden Ruinen des Biberstein- und des Promnitz-Schlosses.
Beide Schlösser wurden 1945 teilweise zerstört, und in späterer Zeit dem Verfall preisgegeben. Beide Schlösser wurden nach dem
Wiener Kongress 1815 Besitztum des preußischen Staates und dienten als Verwaltungsgebäude. Seit 1825 war im Bibersteinschloss
ein Gefängnis und von 1930 bis 1945 ein Heimatmuseum untergebracht.
Die Stadtmauer in Sorau ist gut erhalten - es erinnert noch an das Mittelalter
Im Krieg wurde der eine Flügel des Schlosses stark beschädigt. Nach dem Krieg wurden nur wenige
denkmalpflegerische Arbeiten durchgeführt sowie das Dach gesichert und der zerstörte Flügel ausgebaut.
Seit 1992 war die gesamte Schlossanlage in Privatbesitz.
2020 wurde das Bibersteinschloss in staatliche Verwaltung übernommen.
Im Bibersteinschloss sollen in den nächsten Jahren ein Café und Konzertsaal eingerichtet werden.
Im Obergeschoss soll das Standesamt und weitere Veranstaltungsräume ihren Platz finden.
Das
Promnitz-Schloss soll ein Einkaufszentrum, ein Restaurant und ein Hotel beherbergen,
es ist weiterhin in Privatbesitz.
Der Marktplatz in Sorau
Sorau war bis 1945 eine bedeutende Industriestadt mit ca. 20000 Einwohnern. Die Stadt wurde 1007 erstmals erwähnt und
erhielt 1260 S t a d t r e c h t. Zwischen 1525 und 1540 wurde in Sorau schrittweise die Reformation eingeführt.
Große Teile der Niederlausitz kamen 1735 unter sächsische Landeshoheit.
Erst 1815 wurde die Region preußisch.
Seit dem 19. Jahrhundert hatte sich die Stadt zu einem bedeutenden Textilindustriestandort entwickelt.
Fast 50 Prozent aller Industriearbeiter waren in diesem Gewerbe tätig. Es gab sogar eine Textilfachschule.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden Teile der Flugzeugwerke Focke-Wulf nach Sorau ausgelagert. Das war auch der Grund
des Bombenangriffs der US-amerikanischen Air Force am 11. April 1944, wobei ein großer Teil der Stadt zerstört wurde.
Telemann
Die Poststation
mit Pferdewechsel
Unser Rundgang führte weiter durch die zum Teil neu errichtete Innenstadt zum
Marktplatz. Unser Stadtführer
zeigte uns auch einige Besonderheiten, wie ein altes
Haus Postausspanne und die Plastik von
Georg Philipp Telemann, der in den Jahren 1704–1708 Kapellmeister war und in Sorau wirkte.
Auf dem Weg zum Museum, der den Abschluss unseres Besuches bilden sollte, gab es leider einen
tragischen Unfall .
Ein Autofahrer fuhr unvermittelt rückwärts auf einen Gehweg und erfasste dabei einen unserer Mitreisenden,
wobei dieser schwer verletzt wurde. Rettungswagen, Feuerwehr und Polizei trafen ein.
Eine deutschsprachige Ärztin kümmerte sich um den Schwerverletzten, der sofort in das örtliche Krankenhaus eingeliefert wurde.
Die Polizei vernahm Zeugen, besonders unseren Dolmetscher, weil der PKW-Fahrer vom Unfallort geflohen war.
Die restliche Gruppe hatte nach diesem schrecklichen Vorfall kein Interesse an dem geplanten Museumsbesuch.
Hier einiges Wissenswertes über das Porzellanmuseum.
Das Museum befindet sich im Gebäude des ehemaligen Sitzes des Oberintendanten und hat wochentags von 10.00 bis 16.00 Uhr
sowie samstags von 12.00 bis 16.00 Uhr und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Es steht direkt neben der großen Hauptkirche.
Das Museum des Schlesisch-Lausitzer Grenzgebietes besitzt eine reiche Sammlung von Sorauer Porzellan, Mirostowicer-Keramik
(bis 1945 war es die Keramik aus der Ullersdorfer Werke AG) sowie archäologischer Artefakten aus der Region.
Von 1888 bis 1945 gab es die Kaffeeservice und Tischgeschirr produzierende Porzellanfabrik Sorau.
Das handbemalte Geschirr, meist mit Goldrand versehen, wurde nach Europa und Übersee exportiert. Der Elmenhorster
Kaufmann Christian Carstens erwarb die Porzellanfabrik 1919 und führte sie zum Höhepunkt ihrer
Produktionszahlen mit der Fabrikmarke Sorau Carstens Porzellan mit einer Krone und einem Lorbeerkranz.
Noch in den 1950er-Jahren galten die Sorauer Muster und Dekore als modern und wurden in der DDR von den volkseigenen Betrieben
in Reichenbach und Blankenhain produziert.
Ein Besuch des Museums ist empfehlenswert.
Unsere Heimfahrt führte wieder zurück über Baudach nach Guben.
Es war vorgesehen, dass noch ein kurzer Stopp am bereits erwähnten 15. Längengrad, auch 15° Meridianpunkt genannt, erfolgen sollte.
Aus verkehrstechnischen Gründen war ein Halt mit dem Reisebus nicht möglich.
So ging die Fahrt Richtung Guben und alle anderen Zustiegs-Orte zu Ende.
Unsere Reisegruppe vor der Ruine des Promnitz-Schlosses
Für die Vorbereitung Organisation und Reiseleitung ein Dank an unseren Vorsitzenden Karsten Koruhn und unsere Schatzmeisterin
Petra Resag sowie an Frau Ursula Balzer.
Wir bedanken uns bei unserem Busfahrer und wünschen dem verunglückten Mitreisenden alles Gute und baldige Genesung.
Besucherpost für unsere Webseite
1. Gerwin Kasperek informiert über weitere Angaben zu Rädnitz
Sehr geehrte Damen und Herren,
kürzlich machte ich bei einer Urlaubsreise Halt in
Raednitz - dies geschah eher zufällig, weil ich als
Botaniker nachsehen
wollte, welche Pflanzen wohl am Oder-Ufer wachsen. Nach Ende der Reise versuchte ich, etwas mehr ueber den Ort zu erfahren.
Ich fand Ihre Webseiten "Heimatkreis Crossen/Oder in der Landsmannschaft Berlin-Mark Brandenburg e.V." sehr interessant.
Ich wunderte mich zugleich darüber, dass es in der Online-EnzyklopaedieWikipedia über Rädnitz Artikel in verschiedenen
Sprachen gibt, aber nicht auf Deutsch. Deshalb habe ich nun einen deutschen Artikel zu Rädnitz erstellt (... wegen der
aktuellen Wikipedia-Richtlinien muss es leider Radnica heissen) https://de.wikipedia.org/wiki/Radnica
Ihre inhaltsreiche Webseite zu Rädnitz habe ich in dem Artikel zitiert; dies wollte ich Ihnen zur Kenntnis geben.
Ebenfalls zitiert habe ich
ein Buch von W. Prüfer, das auch einige persönliche Erinnerungen an Rädnitz aus der Zeit 1939
bis 1949 enthält. Dieses Buch fand ich auf Ihren Seiten noch nicht erwähnt, und wollte deshalb die Erwähnung vorschlagen.
Für die weitere Gestaltung Ihrer Webseiten und für die Aktivitäten Ihres Vereins wünsche ich viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüssen Gerwin Kasperek