NeuRehfeld

(Nowy Raduszec)
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NeuRehfeld, im Jargon "Nei-Riwuld“ genannt, ein mittelgroßes Dorf mit ca. 300-350 Einwohnern und 77 Hofnummern liegt am linken Rand des Baruth-Glogauer Urstromtales, dessen einer Ausläufer zwischen Pfeifferhahn und AltRehfeld an der Oder endet. So wurde es uns in der Schule anfangs der 1940er Jahre gelehrt.
Bei vielen Heimatfreunden ist NeuRehfeld nicht so bekannt. Es war abseits gelegen, im Oder - Bober - Dreieck. Ungefähr 1 km westwärts vom Bober, ca. 5 km südlich von der Oder und 1,5 km von der Landstraße Guben - Crossen - Grünberg entfernt.

Folgende Routen führen nach bzw. von NeuRehfeld:
- ab Braschen ca. 4 km über einen Waldweg,
- ab Benschbude über einen Feldweg (Mühlweg) ca. 2 km,
- die direkte Verbindung nach Crossen führte am Boberstausee entlang über AltRehfeld,
- mit Umweg von AltRehfeld über Pfeifferhahn, damals teilweise unbefestigter Waldweg ab Pfeifferhahn, jetzt asphaltiert.

NeuRehfeld hatte keine Kirche – deshalb auch keinen Pfarrer. Vielleicht waren es lauter gottlose Menschen. Es hat den meisten aber nicht geschadet. Eingepfarrt waren wir nach Crossen. Deshalb wurden Taufen, Konfirmation und Hochzeiten in Crossen durchgeführt.

Als wir 1975 das erstemal nur mit dem Personalausweis nach Polen fahren durften, waren im Vorraum zur Crossener Marienkirche noch die Namen der deutschen Kriegsgefallenen zu lesen, u. a. der Name meines in der Ukraine gefallenen Bruders Otto. Diese Namen wurden später entfernt. Beim nächsten Besuch waren sie nicht mehr vorhanden.
NeuRehfeld hatte aber einen Friedhof. Die nach 1945 hier angesiedelten Polen werden hier nicht bestattet, Verstorbene polnische Bürger werden in Crossen bestattet.

Apropos : Hochzeiten. Wir hatten eine moderne Kutsche. Die Pferdegeschirre waren aus braunem Leder mit Messingbeschlägen. Diese mußte ich immer mit Sidol putzen. Der Kutscher für diese Sonderfahrten war immer meine Schwester. In späteren Kriegsjahren wurden diese Sonderfahrten aber nicht mehr durchgeführt.

Das Dorf selbst bestand aus zwei Teilen: dem Dorf und dem Berg.

  • Das Dorf
NeuRehfeld war ein Runddorf -
hauptsächlich Bauernwirtschaften waren die Gehöfte Nr. 1 - 24 ,
außer den Gehöften
Nr. 3 Berchner,
Nr. 4 Jennert,
Nr. 12 Minke - Sauer,
Nr. 16 Schulze der Eisenbahner.

 Laden
  • Der Berg
 Schule Der Berg ist erst später besiedelt worden.

Die Häuser hatten die Hausnummern 25 - 77;

mit 2 Bauernwirtschaften
34 (Finke)
38 (Zuchel).

1 Gemeindehaus Nr. 32 (Petkes Pauline)

Im folgenden werden die Menschen angeführt, welche bestimmte Gewerke im Dorf zum Wohle der Menschen betrieben.
Es waren damals:
1. Hoffmann, WilhelmBürgermeisterNr. 46
2. Finke, Erich GastwirtschaftNr. 1
3. Berchner, Fritz Bäcker + KonditorNr. 3
4. Schulz, Paul Schmied + HufschmiedNr. 49
5. Büttner, Wilhelm Milchfahrer Nr. 26
6. Kluge, Hans Tischler, StellmacherNr. 73
7. Wunsch, Karl (vormals Pardow)Schulleiter Nr. 28
8. Schulz, PaulOrtsbauernführerNr. 15
9. Schulz, HugoVors. des Kriegervereins Nr. 23
10.Martin, GustavKolonialwarenladenNr. 45
11.Karl WunschLehrer, vordem Pardow 


  • Der Heidegraben

auf Nei-Riwuldsch = der Heedegroaben

Ein wesentliches Merkmal von NeuRehfeld ist der sogenannte Heidegraben (wir nannten ihn "Heedegroaben"), der im Schafsee, zwischen Braschen und Merzwiese gelegen, seinen Anfang nimmt. Da der Heidegraben ständig Wasser führte und nie ausgetrocknet ist, muß von der Annahme ausgegangen werden, daß im Schafsee und um den Schafsee herum Quellen größeren Ausmaßes vorhanden waren.
Der Schafsee befindet sich im Waldgebiet im Dreieck Merzwiese-Braschen-NeuRehfeld, nicht weit von der Schippelnike. Warum er Schafsee genannt wurde, ist nicht mehr zu rekapitulieren.

Zunächst der grobe Verlauf des Heidegrabens:
Der Heidegraben entsprang, wie bereits angeführt, aus dem Schafsee, floß in östlicher Richtung weiter bis in Höhe NeuRehfeld, bog fast im rechten Winkel nach links ab, floß dann weiter in nördlicher Richtung durch den unteren Teil des Dorfes hindurch in fast gerader Richtung weiter bis Pfeifferhahn. Hinter Pfeifferhahn bog er nach links ab und endete im Strieming, ein linksseitiger Nebenfluß der Oder, der etwas breiter als der Heidegraben ist, ca 2 - 3 m breit.

Nach dem der Heidegraben das Dorf erreicht hat, floß er weiter in nördlicher Richtung mitten durch den unteren Dorfteil von NeuRehfeld hindurch, vorbei an den linksseitig gelegenen Gehöften:

Nr 17   Moches-Schulz,
Nr 18  Ruches-Schulz,
Nr.19  Hannaske,
Nr 20  Pönack an der Brücke,
            Paulke, Willi Eigentümer Gustav Schulz,
Nr.22  Hanske Schulz,
Nr 23  Vogel, Richard

Nr. 1  Gastwirtschaft Erich Finke.
 Laden
Rechtsseitig floß er vorbei am Gehöft Nr.2 - Wiesner. Weiter dahinter vorbei am linksseitig gelegenen Friedhof, bis zu ca. 2 km weiter gelegenen Gehöften Nr.76 Schwarz, und Nr.77 Paulke,genannt Bahne-Paulke.

Auf seinem Lauf wurde der Heidegraben von zwei Eisenbahnstrecken überbrückt:

  1. Die eingleisige Bahnstrecke Crossen - Sommerfeld zwischen NeuRehfeld und Braschen
  2. Die zweigleisige Hauptbahnstrecke Guben - Crossen zwischen Merzwiese und Crossen
  3. Es bestand hier das Abzweigstellwerk AR (2 km hinter Crossen ), wo die Nebenbahn in
      Richtung Sommerfeld von der Hauptbahn abzweigte, wie auch umgekehrt.
  4. NeuRehfeld war ein Haltepunkt, die folgenden Bahnstationen waren "Bahnhöfe" nach den Begriffsbestimmungen
     der Fahrdienstvorschriften der Deutschen Reichsbahn. Eisenbahner kennen den Unterschied.

  Änd 09.10.2016
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