Grabkow

(Grabków)
 Titelbild

Aktuelles Kreis Crossen/Oder
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Grabkow Grabkow liegt nur 9 km nordwestlich von Sommerfeld.

Von Sommerfeld fährt man auf der Chaussee in Richtung Bobersberg. Nach 5 ½ km biegt man in Göhren nach links von der Chaussee nach Bobersberg ab.

Nach weiteren 3½ km wird Grabkow erreicht.

Grabkow Dorfstr
Dubrow - Dorfstraße

Grabkow, ein sehr beschauliches Dorf gelegen im sogenannten“ Wendischen Winkel” des Kreises Crossen. Es liegt im Tal des Seegraben, einem Gewässer, das aus dem Wellmitzer See kommt und der Golze zufließt, dem längsten rechten Nebenbach der Lubst im Gubener Land. Im Einzugsgebiet des Seegrabens reihen sich von Nord nach Süd die Ortschaften Preichow, Wellmitz, Kalke, Tamnitz, Dubrow/Eichenhagen und Grabkow.
In Richtung Osten und Westen begleiten Wälder die Wiesen und Äcker der Dörfer. Dabei findet man Hügel, die das Höhenniveau des Seegraben um bis zu 40 m überragen. Diese Höhenunterschiede sorgen für ein anmutiges Landschaftsbild im “ Wendischen Winkel” unseres Kreises.
Grabkow hatte bei der letzten Volkszählung im Jahre 1939     238 Einwohner   und gehörte zum Amtsbezirk Göhren.

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  Achtung!

Grabkow war sicher auch ein stilles Dorf. Ansichtskarten von Grabkow sind uns unbekannt.
Kann es sein, dass nur eine Ansichtskarte (Jägerheim) von Grabkow existiert?
Wir konnten bisher auch keine schriftlichen Ausarbeitungen (Ortspläne, Einwohnerverzeichnisse usw.) finden.
Deshalb haben wir eine große Bitte an die Besucher dieser Web-Seite: Sollte jemand in Besitz von irgendwelchen Dokumenten von Grabkow sein, so lassen Sie uns das zukommen.
Bitte, horchen Sie sich um!      Melden Sie sich im Ja-Falle bei uns!



  • zur Geschichte des Ortes

Leider ist die Vergangenheit von Grabkow geschichtslos, d.h. über den Ursprung des Dorfes Grabkow liegen keinerlei schriftliche Quellen vor.

Dieser Wendische Winkel wurde bei der Christianisierung von Meißen aus erschlossen. Allerdings wechselten in diesem fernen Winkel des Markgrafentum Niederlausitz während des Mittelalters oft die feudalen Besitzverhältnisse. Durch den Frieden von Kamenz 1482 kam das Seegrabental zu Brandenburg.
Hinsichtlich der gutsherrschaftlichen Verhältnisse gehörten Grabkow und Dubrow vor und nach 1482 zur Herrschaft Sommerfeld. Allerdings scheinen die Sommerfelder Schlossherren ihren Grabkower und Dubrower Grundbesitz nicht selbst bewirtschaftet, sondern eher als Geld abwerfendes Vermögen betrachtet zu haben.

In der Klassifikation 1718/19 wird Grabkow wie folgt erwähnt:

Die Besitzer des ehemaligen Gutes in Grabkow waren die Erben des Hoffiskals Müller. Ab 1713 waren Grabkow und Dubrow Lehen derer von Kottwitz.

Der Ort hatte 31 Wohnstätten. Ansässig waren Barkatz, Baram, Krüger, Beste, Pöltzsche, Berklig, Rublag, der Dorfschulze Christoph Glaucke, Bödner, Laukusch, Kupke, Korschau, Paulisch, Koschziack, Noag, Lehmann, Wutke, Jürz, Krischke, Crantz, Bannusch, Jambich, Rorach, Barenitz, Weyhne, Lohr, Janitschke, Baltzke, Dohmke, der Schmied Paul Löschke und Brüschke.

Wiesen- und Hütungsrecht waren gegen eine Entschädigung von 72 Taler Wiesenzins und 137 Scheffel Weidehafer in Kursachsen möglich.

Der Viehbestand auf einer Bauernhufe betrug 2 Pferde, 2 Ochsen, 3 Kühe, 3 Schweine und 2 Gänse.

Das Holz musste aus einem nahen Wald in Kursachsen gekauft werden, teils wurde es mit Verdienst weiter nach Sommerfeld verkauft. Durch den Viehverkauf wurde etwas verdient. Es gab einige Bienenstöcke im Ort.

11 Anwesen betrieben Weinanbau , neben Wein wurden auch Trauben verkauft. Der Ackervogt des Vorwerks verschänkte 120 Tonnen Sommerfelder Bier im Jahr. Der Acker war schlecht, es gab wenig Wiesenwuchs.
Angebaut wurden Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Erbsen, Wicken, Buchweizen, Hirse, Leinen und Hanf.
Grabkow

Die durch Heirat mit dem General von Bredow in den Besitz der Herrschaft Sommerfeld gelangte erste von Beerfelde (die Familie blieb bis 1945 am Ort) verkaufte 1780 die zehn Hufen an die örtlichen Bauern. Von da ab war Grabkow also ein reines Bauemdorf.

Im Bratring 1806 wird Grabkow wie folgt erwähnt:
Grabkow Grabkow gehörte dem Beerfeldeschen Majorat Sommerfeld.
und hatte 1806:
  46 Feuerstellen  260 Einwohner


In der “Topografischen Übersicht des Reg.Bez. Frankfurt/Oder” aus dem Jahre1840 erscheint:
  ♦ Grapkow: hatte im Jahre 1840      64 Wohngebäude und 298 Einwohner.
  ♦ Grapkow: war nach Göhren eingepfarrt.

Im Berghaus “Landbuch der Mark Brandenburg” von 1854 erscheint Grabkow überhaupt nicht.

Für das Jahr 1852 werden genannt: Grapkow = Dorf mit 295 Einwohner.



  • Infrastruktur des Ortes

Grabkow ist heute noch eindeutig ein Angerdorf. Diese Anlage könnte erst im 19. Jahrhundert entstanden sein. Denn in den Jahren 1826 und 1836 suchten große Schadenfeuer die Ortschaft heim. Beide Male wurden um sieben Wohnhäuser und acht Scheunen eingeäschert. Auch im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts kam es zu größeren Bränden - vor allem durch Blitzschläge.
Den einstigen Guts- und Vorwerkshof ersetzte - irgendwann nach 1780 - der Gasthof der Familie Weine, 1718/19 Weyhne geschrieben. Der erste mit Namen bekannte Grabkower Lehrer starb 1799. Ein baufälliges Schulhaus wurde 1868 durch einen Neubau ersetzt, den man 1884 erweiterte.

Kriegerdenkmal Jägerheim Schule
Kriegerdenkmal Jägerheim S c h u l e
Die Grabkower gingen stets nach Göhren zur Kirche. Sie wurden dort bis 1866 beerdigt. Sie zeigten sich recht knauserig hinsichtlich ihrer Beteiligung an den Bau- und Unterhaltungskosten für die Göhrener Kirche und die Friedhofskapelle. 1866 legten sie sich einen eigenen Gottesacker etwa 400m südlich der Ortslage in der Gabel der Landwege nach Göhren und nach Sommerfeld an.

Grabkow hatte um 1880 über 300, 1939 aber nur noch 275 Einwohner. Es muss sich also damals eine gewisse Land?ucht vollzogen haben. In der Hitler-Zeit wurde der Nachbarort Dubrow in Eichenhagen umbenannt. Über die Umbenennungsgedanken für Grabkow ist nichts überliefert. Dabei wäre es so einfach gewesen, aus Grabkow Buchenhagen oder Buchenrode zu machen. Wir dürfen also darüber rätseln. ob die Grabkower sich Umbenennungsbestrebungen widersetzen oder ob niemand einen solchen Vorschlag an sie herantrug.

Bis ins 19. Jahrhundert Weinbau in Grabkow:
Schon die Klassifikationsakten von 1718/19 erzählen von elf Weinbergen der Grabkower Bauern von zu versteuernden Weinmengen und verkauften Trauben. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert dürfte also recht umfangreicher Weinbau in Grabkow stattgefunden haben. Wer die topographische Karte l:25.000 studiert, kommt zu dem Ergebnis, dass die Weingärten überwiegend an den Hügelhängen nordwestlich des Dorfes gelegen haben dürften. Dort erhielten sie viel Sonne und waren von den überwiegend westlichen Winden geschützt. Allerdings sind die Hügelhänge nach Osten zum Göhrener "Weinberg" hin jedoch als Rebenstandorte nicht auszuschließen.



  • Grabkow - Häuserverzeichnis

Doppl.Klick für Großformat des Ortsplans Doppl.Klick für Großformat des Ortsplans

Für Grabkow liegt uns leider weder ein Ortsplan noch ein Einwohnerverzeichnis vor. Als einzige noch verfügbare Quelle verfügen wir über das "Einwohnerbuch des Kreises Crossen/Oder - Ausgabe 1926".
Die darin enthaltenen Angaben werden im folgenden benutzt, dabei sind die Nummern die Hausnummern.

In der unten folgenden Tafel sind sämtliche mit einer Nummer versehenden Häuser von Grabkow mit ihren Bewohnern (Stand: 1926) aufgeführt.

Die Tafel zeigt die Häuser in der Reihenfolge aufsteigender Nummern.
Pro Haus wurde in den drei Spalten eingetragen:

   Nummer, Name der Familie, Torsaule(evtl. Beruf)

1 Weine, Gustav Gastwirt   19 Neuber, Hermann Gorschan   36a Buder, Hermann Arbeiter  
2 Weine, August Länder   20 Tischer, Paul Laukus   37 Banusch, Richard    
3 Wishöth, Gustav Rarack   20a Bareinz, Klara     38 Balzke, Emma    
3a Schulz, Paul Kolonialwaren   21 Wondke, Emil     39 Banusch, Gustav Krüger  
4 Noack, Gustav Dachdecker   22 Tischer, Gustav Jakobik   40 Lehmann, Emil Neubauer  
5 Weine, Emil     23 Noack, Emil     41 Mertsching, Hermann Lohe  
6 Läser, Gottlieb Klauke   24 Neuber, Gustav Petsche   42 Natuschke, Paul Mockschan  
7 Stissel, Emil Jurtze   24a Kilke, Edmund     43 Noack, Paul Schmidt  
7a Buxbaum, Emma     25 Gäbel, Gustav Barbotz   44 Milde, Wilhelm Zimmermann  
8 Tischer, Hermann Baste   26 Weine, Paul Koschack   45 Geike, Wilhelm    
9 Banusch, Gustav Carl Krüger   27 Zimmanick, Emil     46 Laukus, Paul Häusler  
10 Zimmanick, Gottl. KrautsGault   28 Bruske, Paul Danke   47 Tischer, Mathilde    
11 Noack, Paul Kupke   29 Leschke, Georg Neumann   48 Barbotz, Gustav Häusler  
12 Bruske, Martha     30 Methe, Gustav Barbatz   49 Banusch, Paul Häusler  
13 Banusch, Hermann     31 Bareinz, Paul     50 Dörffler, Alfred Lehrer  
14 Zimmanick, Gustav Nattusch   32 Barenz, Martha     52 Neuber, Ernestine Häusler  
15 Roicke, Gottl. Bruske   33 Pehnke, Berta     53 Bruske, Paul Häusler  
16 Kriske, Ewald Stissel   33a Beier, Berta     53a Schütze, Max Stellmacher  
17 Tischter, Hermann Banusch   34 Lehmann, Hermann Schneider   57 Lehmann, Paul Dachdecker  
18 Bödner, Paul     35 Baran, Hermann            
18a Barenz, Paul Arbeiter   36 Neuber, Emil Rublack          

  Änd 13.02.2017
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