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(Dęby)
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Aktuelles Kreis Crossen/Oder
mit den drei Städten Crossen Bobersberg Sommerfeld
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Daube Daube liegt südlich von Crossen/Oder. Von Crossen/Oder fährt man auf der Chaussee in Richtung Sommerfeld über Benschbude, Deichow, Bobersberg bis Seedorf. In Seedorf biegt man links in Richtung Dachow ab. Nach weiteren 2 km erreicht man Daube. Daube

Daube, ein kleines, aber sehr beschauliches Dorf gelegen rechts vom Jähnsdorfer See.
Daube hatte bei der letzten Volkszählung im Jahre 1939     227 Einwohner   und gehörte zum Amtsbezirk Seedorf.



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  Achtung!
Daube war sicher auch ein stilles Dorf. Ansichtskarten von Daube sind uns unbekannt.
Kann es sein, dass überhaupt keine Ansichtskarten von Daube existieren?

Allerdings konnten wir eine schriftliche Ausarbeitung (Ortsplan mit Einwohnerverzeichnis) finden.
Deshalb haben wir eine große Bitte an die Besucher dieser Web-Seite: Sollte jemand in Besitz von irgendwelchen Dokumenten von Daube sein, so lassen Sie uns das zukommen.

Bitte, horchen Sie sich um!      Melden Sie sich im Ja-Falle bei uns!



  • zur Geschichte des Ortes

Die Geschichtsquellen geben bezüglich dieser Ortschaft ostwärts des Jähnsdorfer Sees nicht gerade viel her. In den Lehnsverzeichnissen des 16. und 17. Jahrhunderts ist der Name Daube bisher nicht entdeckt worden.

Anläßlich der Klassifikation 1718/19 wird für das Jahr 1713 mit den vier Söhnen des Crossener Amtskatastners Reimann erstmals eine Besitzerfamilie genannt.
Zum Zeitpunkt der Klassifikation gehörte das Rittergut Daube Nikolaus Sigmund von Thierbach. Es ging danach an ein Fräulein von Winning über, und von dieser Dame kaufte es um 1760 der spätere Oberst Ernst Gotthilf von Troschke.
Von dessen Töchtern erwarb es 1805 der Amtmann Blütgen, der nach einer Aera der Neumannschen Erben 1843 noch einmal als Besitzer genannt wird.
Im Jahre 1844 gehörte Daube Carl Ferdinand Frenzel; eine Geschichtsquelle des Jahres 1853 nennt einen gewissen Heinsius als Gutsherrn.
Daube

Im Bratring 1806 wird Daube wie folgt erwähnt:
Daube 1806 Daube war im Jahre 1805 ein Gutsdorf mit dem Besitzer “von Troschke Erben”.
Es hatte neben dem Gut 9 Bauern, 1 Kossäte, 2 Büdner, 4 Einlieger und eine Schmiede und eine Windmühle.
Daube hatte 1806:    17 Feuerstellen  119 Einwohner

In der “Topografischen Übersicht des Reg.Bez. Frankfurt/Oder” aus dem Jahre1844 erscheint:
  ♦ Daube: ein Dorf u. 1 Windmühle ---->  Blütgen ist Besitzer des Rittergutes.
  ♦ Im Jahre 1844 hatte Daube 30 Wohngebäude und 187 Einwohner.
  ♦ Daube war nach Jähnsdorf eingepfarrt .

Für das Jahr 1852 werden genannt: Daube = Dorf und Rittergut mit 231 Einwohner.

Für die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts fand man keine Angaben über die Herren von Daube. An die Besitzerfamilien um 1900 konnte sich jedoch Landsmann Gustav Ender erinnern. Er meinte, daß sie Wilke, Fritsche, von Ammon, Paulig, Graf von Sparr, Dr. Schacht und Pollmann hießen. Letztere konnte sich auch nicht wirtschaftlich halten.

Deshalb wurde das Rittergut 1927 parzelliert. Der Morgen gutes Ackerland brachte damals 600 Reichsmark. Schlechterer Boden, auch Bauland, ging für 25 Reichsmark je Morgen weg.
Übrig blieb ein kleines Restgut, das ein Herr Rettig bewirtschaftete.


  • Prominentester Gutsbesitzer: Dr. Hjalmar Schacht

Der prominenteste Besitzer von Daube zwischen den beiden Weltkriegen war Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht . Er wurde im Jahre 1877 in Tingleff (Nordschleswig) geboren und war ein deutscher Politiker.

Hjalmar Schacht war:
  •  Reichsbankpräsident in den Jahren 1923 - 1930 und März 1933 - Jan. 1939.
  •  Reichswirtschaftsminister von 1934 bis 1937.
Als Reichswährungskommissar wirkte er maßgeblich an der Einführung der Rentenmark (15. November 1923) mit, mit der es gelang, die Inflation zu beenden. Im November 1937 trat Schacht von seinem Amt als Wirtschaftsminister zurück, weil er von Hitler in diesem Amt nicht ernst genommen wurde. Auf Hitlers Wunsch blieb Schacht – einflussloser – Reichsminister ohne Geschäftsbereich, bis Hitler ihn 1943 auch aus diesem Amt entließ.

Dr. Hjalmar Schacht gehörte das Gut von 1923 bis 1925. Als der Reichsbankpräsident 1923 das Gut kaufte, war es nicht gerade in bestem Zustand. Es fehlte an allem möglichen. Vieles mußte angeschafft werden.
Er ist nach den Angaben von Landsmann Ender einige Male in Daube gewesen, aber immer nur für wenige Tage.
1924 nahm der Reichsbankpräsident an einem Erntefest teil, das der Gutsverwalter für die Arbeiter veranstaltete. Auf dem Gutshof waren dazu Tische und Stühle aufgestellt worden. Es gab Kaffee und Kuchen. Dr. Hjalmar Schacht saß mit an der Tafel und ließ sich mit seinen Arbeitern fotografieren. Nach der Kaffeetafel zog die Festgesellschaft mit Musik zum Gasthaus, wo weiter gefeiert wurde. Dr. Schacht ließ es sich nicht nehmen, nach den Klängen der Dauber Dorfmusik einige Runden mit einer Dame, vermutlich mit seiner Tochter, zu tanzen.

  • Daube - Häuserverzeichnis

Die Nummern der eingezeichneten Häuser müssen nicht die Hausnummern sein. Ob es sogar die echten damaligen Hausnummern sind, konnte nach 70 Jahren nicht mehr ermittelt werden.
Aber mit ihnen lassen sich die Hauseigentümer zuordnen.

In der unten folgenden Tafel sind sämtliche mit einer Nummer versehenden Häuser von Daube mit ihren Bewohnern (Stand: 1945) aufgeführt.

Die Tafel zeigt die Häuser in der Reihenfolge aufsteigender Nummern.
Pro Haus wurde in den drei Spalten eingetragen:

   Nummer, Name der Familie, Torsaule(evtl. Beruf)

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1 Rüdiger, Wilhelm     18 Schneider, Oswald
Rissmann, Karoline
Kurz   35 Pohland, Paul
Schneider, Richard
Daumen Schulz  
2 Klinke, Gustav   19 Schulz, Paul   36 Hahn, Gustav    
3 Wildner, Berta Pohland   20 Baldermann, Wilhelm Schmieds   37 Röming, Wilhelm  
4 Lehmann, Ewald   21 Schmidt, Reinhold     38 Merkel, Willi früher Kaufmann  
5 Wurff, Ernst     22 Kalisch, Paul     39 Merkel, Gustav    
6 Schulz, August Trompeter   23 Röming, Otto     40 Pohland, Robert    
7 Nippe, August     24 Kleine Schmidt Gemeindehaus   41 Lehmann, Paul
Wilderer, Paul
Kaufmann
Tischler
 
8 Mann, Wilhelm   25 Schmidt, Richard Große Schmidt   42 Röming, Hugo    
9 Merkel, Berta   26 Kinas, Alex     43 Merkel, Hermann  
10 Schneider, Gustav   27 Merkel, Fritz     44 Neumann, Paul    
11 Ender, Gustav   28 Noack, Paul Bartig   45 Weber, Fritz Lehrer Schule  
12 Jachmann, Max
Woite, Wilhelm
  29 Prüfer, Ernst   46 Lehmann, Richard
Röming, Friedrich
   
13 Merkel, Friedrich   30 Wiesner, Erwin Gasthof   47 Lehmann, Paul    
14 König, Gustav   31 Kramke, Robert
Redlich, Richard
    48 Pohland, Erwin    
15 Rettig, Hermann Rittergut   32 Schulz, Wilhelm     49 Voigt, Pauline    
16 Conrad, Karl   33 Schulz, Erich        
17 Wiesner, Richard Scholke   34 Stein, Emil        

  Änd 01.01.2017
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